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ETF- Als Sparplan oder Versicherung?

Oft werde ich gefragt, ob es nicht sinnvoller ist monatlich einen Sparplan zu besparen, als eine Versicherung.

Anhand von drei Kriterien werde ich herleiten, wann die Versicherung Sinn macht und wann nicht.

 

1. Sparphase

Bereits in der Ansparphase unterscheiden sich ETF-Sparplan und ETF-Rentenversicherungen. 

ERSTENS: Gewinne im ETF-Sparplan, die jährlich anfallen, unterliegen der Abgeltungssteuer und mindern, nach Ausschöpfung des Freistellungsauftrags, das Kapital, dass an der künftigen Wertsteigerung partizipiert. In der Rentenversicherung nutzen Sie den "Stundungseffekt" und realisieren weitere Zinseszins-Effekte.

ZWEITENS: Kapitalumschichtungen innerhalb der Rentenpolice, von einem Fonds zum anderen, sind nicht abgeltungssteuerpflichtig. Unter dem Versicherungsmantel können Sie also mehrmals im Jahr kostenlos Ihre ETF´s anpassen. 

Bei ETF-Sparplänen müssen Sie für die angefallenen Gewinne bei einer Umschichtung der ETF Anteile, nach Ausnutzen des Freistellungsauftrags, Steuern zahlen. Darüber hinaus fallen häufig erneut Ausgabeaufschläge (0-5%) an, welche die bereits erzielten Gewinne nochmals reduzieren.

 

2. Kapitalauszahlung

Auch bei der Kapitalauszahlung steht die Versicherung besser da.

Erfolgt eine Auszahlung nach 12 Jahren und ab dem 62. Lebensjahr unterliegt nur die Hälfte des Gewinns Ihrem individuellen Steuersatz. Diese gesetzliche Regelung (12/62 Regelung) tritt nur im Versicherungsmantel in Kraft.

Beträgt Ihr Steuersatz als Rentner 25 Prozent, sind nur 12,5 Prozent Steuern auf den Gewinn zu entrichten. Auf einen Gewinn aus Ihrer Rentenpolice in Höhe von 50.000 Euro sind lediglich 6.250 Euro Steuern zu entrichten. Beim Verkauf der Fondsanteile aus dem ETF-Sparplan sind dagegen 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidarbeitrag und gegebenenfalls Kirchensteuer auf die Gewinne fällig. Die Steuerbelastung kann mehr als doppelt so hoch ausfallen.

 

3. Verrentung

Entscheiden Sie sich für lebenslange Rentenzahlungen dann liegt der Vorteil ganz deutlich bei der ETF-Rentenpolice. Zahlungen aus der Rentenpolice sind nur mit dem Ertragsanteil zu versteuern. Bei einem Rentenbeginn mit 67 Jahren sind nur 17 Prozent der Zahlungen für das Finanzamt von steuerlicher Relevanz. Bei einem klassischen Fondsentnahmeplan sind jährlich, nach Ausschöpfung des Steuerfreibetrages, 25 Prozent Abgeltungssteuer auf Fondsgewinne zu entrichten.

 

 

Fazit

Kurzfristig betrachtet erzielt der ETF-Sparplan Kostenvorteile. Um die teilweise starken Schwankungen am Kapitalmarkt letztlich zu einem positiven Ergebnis zu führen ist eine Anlagedauer von mind. 15 Jahren zu empfehlen. Je länger die Laufzeit umso mehr kommen die Vorteile der ETF-Rentenpolice zum Tragen. Möchten Sie zwischen verschiedenen Fonds wechseln um Ihre Anlagestrategie anzupassen, dann können Rentenpolicen mit Kostenvorteilen glänzen. Lebenslange Garantien sind ausschließlich bei Rentenpolicen möglich.

 

 

 

Liebe Grüße

Ihr Finanzexperte Nico Moretti